ANNAHMESTOPP von Brautkleidern, Hochzeitskleidung, besonderen Kleidern ab dem 16.10.2017, bitte nichts mehr senden! Ich danke für euer Verständnis. Grüße Beate Heinz! ANNAHMESTOPP von Brautkleidern, Hochzeitskleidung, besonderen Kleidern ab dem 16.10.2017, bitte nichts mehr senden! Ich danke für euer Verständnis. Grüße Beate Heinz!
Forum Übersicht - Unsere ehrenamtliche Aktion in der Öffentlichkeit » Siegener Zeitung
#1

Siegener Zeitung

in Unsere ehrenamtliche Aktion in der Öffentlichkeit 11.07.2016 13:33
von Beate • Forenmutti | 4.321 Beiträge

Heute am 25.07.2015 ein wunderschöner Bericht in der Siegener Zeitung zu lesen

Eine ganze Seite umfasst der Bericht, ich habe euch Bilder gemacht und den Bericht stelle ich euch auch hier rein damit ihr den alle lesen könnt

Ein herzliches Danke schön an Herrn Wetter von der Siegener Zeitung der mich vor ein paar Wochen besuchte und einen so schönen Bericht erstellt hat.


Wenn aus Tränen Sterne werden
Altenseelbach/Siegen Der Tod noch ungeborener Kinder ist nach wie vor ein Tabuthema
in unserer Gesellschaft

„Ja, das Leben geht weiter.
Aber nicht mehr so, wie es
gewesen ist.“

wette ı Die Sonne scheint, Vögel zwitschern. Der Feierabend steht unmittelbar bevor. Es ist ein guter Tag.
Das Auto ist noch nicht ausgeschaltet, da steckt Beate Heinz ihren Kopf schon durch die Haustür.
Sie lächelt. Von der Haustür, an der sie ihren Besuch begrüßt, geht es bis zu einem kleinen Räumchen.
Einmal quer durch die Wohnung. Es sind nur wenige Schritte. Aber die Gemütslage am Ende des Weges
ist eine deutlich andere als noch wenige Sekunden zuvor. Auf einen Schlag nämlich wird klar, worum es hier geht. „Deshalb sind Sie hier“, sagt Beate Heinz und zieht vor dem kleinen Räumchen einen Vorhang auf. Momente der Stille. Der Vorhang, der in dem einen Moment noch völlig normal erscheint, mutet jetzt bedrohlich an und wirkt wie das Tor zu einer anderen Welt. Einer unbekannten, einer befremdlichen. Das Lächeln des Besuchers verschwindet von jetzt auf gleich. Scham-, Angst- oder Mitgefühl? Die Eindrücke lassen sich nicht in Worte fassen, auch nicht auf Nachfrage. Es ist wohl eine Mischung aus allem – gepaart mit eigener Unsicherheit. Denn das, was Beate Heinz hier in Regalen hinter ihrem Vorhang lagert, steht in unmittelbarem Zusammenhang mit einem Tabuthema in unserer Gesellschaft: dem Tod noch ungeborener Kinder.
Ortswechsel Es ist ein herrlicher Sommertag Die Bäume tragen sattgrüne Blätter, der Wind rauscht. Auch hier, am Lindenberg, trällern die Vögel fröhlich ihre Melodien. Es ist ein Tag, wie ihn Sarah, Henry oder Lea nicht mehr erleben werden. Und niemals erleben durften. Sie sind drei von über 400 Kindern, die mittlerweile auf dem Friedhof am Lindenberg bestattet sind. Und die das Licht der Welt niemals erblickt haben. Geburtsdatum und Todestag fallen in ihrem Fall auf den selben Tag. Der Volksmund spricht von Sternenkindern. Sie wurden still geboren – und still begraben.
Ortswechsel In Altenseelbach, hinter dem Vorhang, lagern Kleidungsstücke. Große und kleine, zudem Abschiedskörbchen, Schlafsäcke oder auch Einschlagtücher in Regalen. Beate Heinz und Helferinnen produzieren all das und noch viel mehr für Sternenkinder; sie stricken, nähen, häkeln und basteln. Dabei ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, wie winzig die Ergebnisse ihres Schaffens zum Teil sind. Strampler, 58 Zentimeter groß, liegen im Bereich der Vorstellungskraft. Ganz normale Babykleidung eben. Schwieriger wird es allerdings beim Einschlagtuch, das die Altenseelbacherin nun in den Händen hält: „Das ist für Kinder, die nur zehn Zentimeter groß geworden sind, das heißt so ungefähr 14. Woche.“ In den folgenden Sekunden wird auffallend wenig gesprochen. Das ist auch nicht erforderlich; der Blick durch den Raum spricht für sich. Mehrere hundert Kleidungsstücke bewahrt die zweifache Mutter hier auf. Alles verpackt in Druckverschlussbeuteln, dicht und ordentlich gestapelt, nach Größe sortiert im Regal hinter dem Vorhang. Es sind alles Kleidungsstücke für
tote Babys und Möglichkeiten, diese würdig zu bestatten. Die fertigen Artikel verschickt Beate Heinz an Kliniken, Bestatter und Eltern in ganz Deutschland. Kostenlos. Auch an das Jung-Stilling-Krankenhaus in Siegen. „Es ist für die gute Sache“, sagt sie über die Tätigkeit, die sie Tag für Tag ausübt. Sie wolle den Ungeborenen ein Stück Würde zurückgeben. Denn ohne Kleidungsstücke wie die von ihr angefertigten würden die Kinder vielerorts nur nackt beziehungsweise in Papier- oder Moltontüchern beerdigt, sagt sie.
Ortswechsel. Viermal im Jahr werden Sternenkinder aus Siegen-Wittgenstein und den benachbarten Regionen auf dem Lindenberg zu Grabe getragen. Durchschnittlich zehn Kinder sind es dann, die in kleinen Särgen, so groß wie Schuhkartons, n die Erde gelassen werden. Allerdings sind das längst nicht alle Sternenkinder aus der Region. Weitere liegen auf Friedhöfen in Freudenberg und Burbach-Holzhausen. Wenn die Kinder auf dem Lindenberg begraben werden, sind ihre Eltern selbst nicht dabei. Es würde sie zu viel Kraft kosten, mitansehen zu müssen, wie gleich mehrere Kindersärge
in den Boden eingelassen werden. „Das muss man nicht gesehen haben“, beschreibt Ulrike Weber, Klinikseelsorgerin am St.-Marien-Krankenhaus, das stets bittertraurige Ereignis. Die Eltern haben dennoch die Möglichkeit zum Abschiednehmen, denn nur wenige Tage nach dem stillen Einlassen der Särge findet
ein ökumenischer Gottesdienst statt. Es ist ein ökumenisch-christlicher Gottesdienst der offen ist für alle Religionen. Als Symbol für das Leben der Kinder, das nun an einem anderen Ort weitergeht, werden Lichter angezündet – ein Licht für jedes Kind, dessen Name vorgelesen wird. Die Eltern stellen das Licht später am Gedenkstein ab. Hier, am hinteren Ende des Friedhofs am Lindenberg, sind ohnehin schon allerlei Erinnerungsstücke platziert: Kuscheltiere, Windspiele, Spielzeugfiguren, liebevolle Worte. Wer hier als Besucher verharrt, dessen Gedanken rotieren zwangsläufig.
Ortswechsel Hochzeitskleider. Zwei von ihnen hängen in Altenseelbach – vor dem Vorhang. Auch ihr weißer Stoff dient in wenigen Tagen dazu, umgenäht und für Sternenkindern bereitgestellt zu werden. Dann lagern sie wie alle anderen Kleidungsstücke auch hinter dem Vorhang. Hochzeitskleider? „Warum nicht“, entgegnet Beate Heinz. „Es ist ein Kleid der Liebe. Die Babys werden in Kleider der Liebe gehüllt und reisen zurück in den Himmel. Viele Frauen, die ihr Hochzeitskleid zur Verfügung stellen, sagen, dass es ein besonderes Kleid ist und dass auch etwas Besonderes damit passieren soll.“ Bei all ihrem Tun sei sie natürlich auch auf Unterstützung angewiesen, in erster Linie auf Sachspenden. Vieles werde vorbeigebracht, anderes besorge sie sich über Firmen, bei denen sie nachfrage. Helle und bunte Stoffe eben. Stoffe, auf denen Totenköpfe oder Monster aufgebracht sind, eher nicht. „Alles schon vorgekommen“, schüttelt sie den Kopf. Und auch bei den Schnittmustern befolgt sie ganz klare Vorgaben: „Es gibt keine Hosen oder Pullover für Babys bis zehn Zentimeter. Denen kann man nur einen Schlafsack anziehen.“
Ortswechsel. Noch gar nicht so lange dient der Friedhof am Lindenberg als letzte Ruhestätte für fehl- und totgeborene Kinder. Es ist das Konzept eines Projektes, das im Jahr 2003 auf den Weg gebracht worden ist. Ein Gemeinschaftsprojekt des St.-Marien- Krankenhauses, des Jung-Stilling-Krankenhauses, des ev. Kirchenkreises Siegen, des kath. Dekanats Siegen, der Stadt Siegen, eines Bestattungsunternehmens, einer Friedhofsgärtnerei und der Steinmetze der Region. „Es geht darum, dass die Kinder einen Ort in dieser Welt haben, deren Licht sie nicht erblicken durften. Gleichzeitig ist es für die Eltern ein Ort des Trostes und des Trauerns“, sagt die Seelsorgerin des St.-Marien- Krankenhauses, Ulrike Weber. Ihre Kollegin am Jung-Stilling-Krankenhaus, Pfarrerin Christiane Weis-Fersterra, ergänzt, dass das allerdings nicht immer der Fall gewesen sei. Bis 2003 nämlich, dem Jahr der Gesetzesänderung, wurden Fehlgeburten mit einem Gewicht von unter 500 Gramm ausschließlich der Pathologie zugeführt. „Früher wusste man also nicht, was mit dem eigenen Kind passiert ist.“ Das hat sich dann geändert. Seither sollen auch nicht-bestattungspflichtige Fehlgeburten (unter 500 Gramm) würdig bestattet werden. „Die Krankenhäuser haben das Thema aufgegriffen und seine Umsetzung der Seelsorge übertragen“, erinnert sich Ulrike Weber. Das Gemeinschaftsprojekt sei also ein Resultat dieser Gesetzesänderung.
Ortswechsel Tränen fließen. Im Zimmer sitzt eine der Helferinnen, die Beate Heinz unterstützen und die sich ebenfalls für die im August 2013 von ihr gegründete Aktion „Kleidung für Engelchen & Sternchen Kinder“ engagieren. Die Frau mittleren Alters spricht über zwei Fehlgeburten, die sie jeweils im sechsten Monat erleben musste. Heute hat sie keine Kinder. Sie will nicht erkannt, möchte namentlich nicht genannt werden. Die Menschen, rechtfertigt sie sich, gingen nämlich oft hart ins Gericht und zeigten nur wenig Verständnis für jemanden, der ein ungeborenes Kind verloren hat: „Die Menschen sagen, du sollst dich nicht so anstellen. Bevor sich aber jemand ein Urteil erlauben kann, müsste er das überhaupt erst einmal nachempfunden haben. Ja, das Leben geht weiter. Das Gespräch ist beendet. Wieder fließen Tränen.
Ortswechsel. Die Nachricht, dass das Herz des eigenen Babys einfach nicht mehr schlägt, ist kaum zu ertragen. Bis die Geburt aber eingeleitet und das Kind auf natürlichem Weg zur Welt gebracht werden kann, dauert es manchmal noch eine gewisse Weile. Eine Extremsituation. Menschen wie die beiden Seelsorgerinnen sind jetzt gefragt. „Der Trauerprozess ist wichtig für den Prozess des Abnabelns“, weiß Ulrike Weber. „Ob das Kind nun erst wenige Zentimeter groß ist oder ob ich es richtig im Arm halten kann: Es ist dieses Kind, ein Individuum. Eine neue Schwangerschaft ist eine Schwangerschaft mit einem anderen Kind. Das hat man früher unter den Tisch gekehrt“. Heute geschieht alles würdevoller als früher, als das Kind ungesehen in die Pathologie gebracht wurde. „Das totgeborene Kind wird heute nach der Geburt zur Mutter gebracht“, sagt Christiane Weis-Fersterra. Manchmal wird es ihr direkt in den Arm gelegt, manchmal wird es in ein Tuch eingeschlagen. Menschen wie Beate Heinz und ihre fleißigen Helferinnen könnten das Tuch produziert haben. „Ich ermutige die Mütter immer dazu, ihr Kind anzuschauen. Es ist ein kostbarer Moment und es ist die einzige Zeit in ihrem Leben, die sie mit ihrem Kind haben. Dieser Moment muss für ein ganzes Leben lang ausreichen. Für viele Mütter ist es sehr tröstlich, dass sie ihr Kind gesehen haben. Das sagen sie hinterher. Auch wenn manche vorher davor Angst hatten, wie dieses Kind wohl aussehen mag“, sagt Christiane Weis-Fersterra. Helfen bei der Verarbeitung soll aber auch etwas ganz anderes: am Jung-Stilling eine Fotografie des Totgeborenen, am St.-Marien-Krankenhaus wenn möglich- ein Abdruck von den Händen und Füßen.
Ortswechsel Beate Heinz verabschiedet sich an der Haustür. Das Auto startet, die Heimreise beginnt. Mit anderen Gedanken im Kopf als auf der Hinfahrt. Beklemmend sind sie allemal. Noch schlimmer sind die Fragen, die unbeantwortet bleiben. Es ist ein seltsamer Feierabend.
Die Vögel zwitschern, die Sonne scheint. Aber jetzt nicht mehr für jeden
Michael Wetter


Ich möchte mich bei allen von Herzen bedanken die unsere Aktion so toll unterstützen mit Sachspenden, Geldspenden.
Ein besonderer Dank gilt auch all den fleißigen Händen der Handarbeiterinnen die Kleidung und Zugaben herstellen für die Engelchen&Sternchen Kinder


Liebe Grüße Bea ♥

Helferlein mit Herz
♥Mit ungefähr 15 Sternengeschwistern im Herzen und 2 großen Mädels im Leben♥
nach oben
lockDas Thema wurde geschlossen.

#2

RE: Siegener Zeitung

in Unsere ehrenamtliche Aktion in der Öffentlichkeit 09.11.2016 14:25
von Mariell • Handarbeiterin | 73 Beiträge

Ein wunderbarer Artikel.

So einfühlsam habe ich noch nichts seither lesen dürfen.


nach oben
lockDas Thema wurde geschlossen.



Besucher
0 Mitglieder und 2 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Anke
Besucherzähler
Heute waren 18 Gäste , gestern 96 Gäste online

Forum Statistiken
Das Forum hat 210 Themen und 839 Beiträge.

Heute waren 0 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 20 Benutzer (Gestern 15:59).



Xobor Forum Software © Xobor